Gesundheit

Die Gesundheit eines Hundes ist nicht nur von seiner Herkunft, dass heißt vom Züchter oder den Erbanlagen abhängig. Da mag sich der Züchter noch so vorbildlich verhalten, oder die Erbanlagen noch so gut sein, wenn dann beim Besitzer die Haltungsbedingungen, die Fütterung und / oder die Gesundheitsvorsorge nicht stimmen, kann das selbst den stärksten Hund umhauen.

Eine bestimmte Veranlagung zu einer Krankheit, muss andererseits nicht unbedingt ausbrechen. Dies ist zu einem nicht zu unterschätzenden Teil auch von den umgebenden Einflüssen abhängig. Sind diese der Krankheit förderlich, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs um ein Vielfaches. Andererseits muss, bei einem  Hund der in seinen Erbanlagen eine gewisse Veranlagung zu einer Krankheit mitbringt, diese nicht unbedingt ausbrechen, wenn der Halter entsprechende Vorsorgemaßnahmen trifft und verantwortungsbewusst handelt.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich unsere Besuche beim Tierarzt sehr in Grenzen halten. Zur gesundheitlichen Vorsorge gehört es jedoch auch, einen Hund regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) untersuchen zu lassen. Wenn Sie einen Welpen bei sich aufgenommen haben, sollten Sie ihn möglichst bald bei einem Tierarzt mit IW-Erfahrung vorstellen. Es ist bei eventuellen späteren Behandlungen vorteilhaft, wenn der Hund den Tierarzt früh und in entspannter Art und Weise kennen gelernt hat und somit eine positive Prägung statt gefunden hat. Spielen Sie mit Ihrem Hund zuhause ruhig öfters einen Tierarztbesuch durch, damit ihm die Bewegungen und Berührungen vertraut sind. So wird er im Ernstfall gelassen darauf reagieren. Das Gleiche gilt für das Messen der Normwerte (siehe unten) oder das Anlegen eines Verbandes. Das regelmäßige Üben gibt auch Ihnen die Sicherheit, die Sie im Ernstfall brauchen.

Bisher sollte jeder Hund jährlich, außer gegen Tollwut, auch gegen Staupe, Hepatitis canis, Parvovirose und Leptospirose geimpft werden. Allerdings hält bei einigen neueren Impfstoffen, je nach Hersteller, die Wirkzeit inzwischen auch länger, z.B. bei Tollwut teilweise bis zu 3 Jahren, bei Staupe und Hepatitis canis bis zu 2 Jahren. Ob außerdem auch gegen Zwingerhusten und Borreliose geimpft werden sollte, fragen Sie bitte bei Ihrem Tierarzt.
Da die meisten Hunde ihre Nase nun mal gerne in Dinge stecken die andere hinterlassen haben, sollten Sie ihn 2-4 mal jährlich entwurmen. Besonders im Welpenalter wird oft nicht nur die Nase hineingesteckt, sondern, wie bei Kleinkindern, alles in die Schnauze genommen. Die meisten Welpen finden zum Beispiel, sehr zu unserem Unverständnis und Leidwesen ☺, Kuhfladen ganz besonders lecker. Dem dadurch natürlich erhöhten Risiko eines Wurmbefalls, sollten Sie durch regelmäßige Wurmkuren entgegen wirken. Ihr Tierarzt berät Sie sicher gerne, ebenso wie bei der Frage, wie ein möglicher Befall mit Flöhen, Zecken, Milben und anderen Parasiten abgewehrt oder behandelt werden kann.

Selbst der gesündeste Hund ist nicht sicher vor herumliegenden Glasscherben, o.ä., durch die er sich z.B. Schnittverletzungen zuziehen kann. Diese müssen auf jeden Fall behandelt werden. Mit größeren oder Tieferen Wunden sollten Sie auf jeden Fall zum Tierarzt gehen.
Für kleinere Verletzungen ist eine Tierapotheke sinnvoll.

Eine Hausapotheke für Ihren Hund sollte enthalten:
-    Mullkompressen
-    Mullbinden, elastische Binden
-    Selbsthaftende Binden
-    Wasserfestes Klebeband
-    Synthetische Watte
-    Verbandswatte
-    1%ige Wasserstoffperoxyd-Lösung
-    Wundsalbe
-    Digitales Fieberthermometer
-    Pinzette
-    Hot/Cold Pack
-    Zeckenzange


ZUR VERMEIDUNG VON UNFÄLLEN UND/ODER VERLETZUNGEN:

-    Ihr Hund sollte Ihnen gehorchen
-    Leinen Sie Ihren Hund an belebten Straßen, Bahnübergängen und Fußgängerzonen an
-    Wenn Ihr Hund mit Fahrrädern, Pferden, o.ä. nicht verträglich ist: rechtzeitig anleinen
-    Lassen Sie Ihren Hund nicht unkontrolliert fressen
-    Bewahren Sie Reinigungs-, Lösungs-, Arzneimittel und Gifte außerhalb der Reichweite Ihres Hundes auf
-    Lassen Sie Ihren Hund nach dem Fressen nicht toben, sondern ruhen
-    Sichern Sie bei jungen Hunden die Wohnung / das Haus wie bei einem Kleinkind ☺
-    Lassen Sie Ihren Hund im Sommer niemals im Auto eingesperrt, auch nicht für 5 Minuten
-    Achten Sie auf ausreichenden Impfschutz
-    Entfernen Sie giftige Pflanzen aus Wohnung / Haus und Garten


Verhält sich Ihr Hund anders als sonst, sind Durst, Fressverhalten, Urin und Kotabsatz anders, reagiert er schmerzhaft bei Berührung bestimmter Körperteile, ist er munterer, oder liegt er teilnahmslos herum, also bei untypischen Verhaltensänderungen Ihres Hundes, ist er wahrscheinlich krank. Da IW’s nicht sehr wehleidig sind, sollten Sie Anzeichen einer Erkrankung immer ernst nehmen. Fragen Sie lieber einmal zu oft beim Tierarzt um Rat, als einmal zu wenig.

NORMWERTE beim Hund:

Die Messung der wichtigsten Lebensfunktionen beim Hund, ist zwar nicht so aussagekräftig, wie beim Menschen, kann aber zu Beurteilung des Gesundheitszustandes herangezogen werden:

Körpertemperatur: Bei großen Hunden, wie den IW’s ist eine Temperatur bis 38,8°C normal, bis
     39,3°C erhöhte Temperatur und über 39,3°C Fieber. Gemessen wird im After.
Pulsfrequenz:          70 – 120 Schläge pro Minute, je größer der Hund, desto niedriger die
     Pulsfrequenz.
Atemfrequenz:       15-40 Atemzüge pro Minute, je größer der Hund, desto niedriger die Atemfrequenz
Schleimhäute:        rosarot

Erhöhte Temperatur kann bei Hitze, Aufregung, Stress und körperlicher Anstrengung vorkommen. Bei Fieber oder Untertemperatur sollten Sie jedoch Ihren Tierarzt aufsuchen.


VERGIFTUNGEN

Symptome können sein: Speicheln, Zittern, Unruhe, schwankender, Gang, Krämpfe, Erbrechen, Durchfall, Husten. Wie schon vorher erwähnt, kommt es vor, dass Hunde Dinge unkontrolliert beschnuppern oder gar fressen, auch wenn diese giftig sind. Welpen sind da besonders gefährdet. Auch einige Pflanzen sind für Tiere giftig, überprüfen Sie Ihren Garten und Ihre Zimmerpflanzen, um Vergiftungen zu vermeiden. Abgase oder Rauch sind schwerer als Luft und sammeln sich in Bodennähe, also näher der Hundenase an, was ebenfalls zu Vergiftungen führen kann. Als Erste Hilfe Maßnahme entfernen Sie den Hund von der Giftquelle, sorgen Sie für frische Luft, bieten Sie Wasser zu trinken an. Bei verschluckten Giften bringen Sie den Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt, damit dieser ihm ein Mittel zum Erbrechen spritzen kann. Bei Giftaufnahme über die Haut (Kontaktgifte, z.B. Altöl, Benzin, Pflanzenschutzmittel, Lösungsmittel, …) waschen Sie die betroffenen Stellen mit Hundeshampoo oder milder Seifenlauge und scheren Sie verklebte Haare ab. Da Vergiftungen oft schwer diagnostizierbar sind, gilt hier in jedem Fall: Zum Tierarzt.


MAGENDREHUNG

Bei manchen Vertretern von großen Rassen ist das Risiko einer Magendrehung größer. Das Füttern von nur einer einzigen Mahlzeit am Tag konnte oft mit der Magendrehung in Verbindung gebracht werden, daher ist es ratsamer das Futter auf mehrere Mahlzeiten am Tag zu verteilen (siehe bei „FAQ“, unter „Ernährung“). Bei Füttern mit Trockenfutter scheint eine Rolle zu spielen, wie viel Gas das Trockenfutter entwickelt. Sie können dies prüfen, indem Sie Trockenfutter in eine Tüte geben, Wasser hinzufügen und die Tüte dann mit einem Gummi verschließen. Kontrollieren Sie, ob, und wie stark, sich die Tüte aufbläht. Eine Magendrehung kann auch erst Stunden nach dem Fressen auftreten. Auffällig ist eine familiäre Häufung, so dass eine genetische Komponente nicht auszuschließen ist.

Bei folgenden Symptomen sollten Sie sofort reagieren, denn, wird dieser äußerst schmerzhafte Zustand nicht innerhalb von 1-2 Stunden behandelt, ist er lebensbedrohlich:

-    Unruhe, Jammern, Stöhnen
-    Erfolglose Versuche sich zu übergeben
-    Hund läuft ständig auf und ab
-    Schwellung und Auftreiben des Bauches
-    Hund lässt den Kopf hängen
-    Starkes Speicheln
-    Hund kann nicht schlucken oder Aufstoßen, um Druck zu mindern
-    Klopft man mit Finger auf den Bauch = Klang einer Trommel

Sollten Sie den Verdacht auf Magendrehung haben, zögern Sie nicht!, der Hund muss sofort zum Tierarzt.


DILATATIVE KARDIOMYOPATHIE (DKM)

DKM ist eine Erkrankung des Herzmuskels. Das Herz erweitert sich und schlägt schwach, die Blutzirkulation wird mangelhaft, was dazu führt, dass der Hund nicht mehr belastbar ist. Das Fortschreiten der Krankheit kann zu Herzversagen führen. DKM ist tödlich, kann aber manchmal durch unterschiedliche Methoden eingedämmt werden. Die Symptome der DKM können zunächst nicht sichtbar sein, bis die Krankheit mitunter schon weit fortgeschritten ist. Daher ist es wichtig, das Herz Ihres Hundes regelmäßig untersuchen zu lassen. Eine zuverlässige DKM-Diagnose kann nur von einem auf Herzkrankheiten spezialisierten Tierarzt festgestellt werden. Spätestens ab Vollendung des 3. Lebensjahrs ist eine jährliche Untersuchung empfehlenswert (sollten Sie Namen und Adressen von Ärzten brauchen, die diese Untersuchung durchführen können, können Sie gerne  bei mir nachfragen).

Man unterscheidet zwischen der primären und der sekundären DKM. Bei der primären DKM ist die genaue Ursache unbekannt. Man vermutet, dass es sich um genetisch erworbene Defekte im Stoffwechsel der Herzmuskelzellen handelt. Sekundäre Kardiomyopathien können aufgrund des Alters oder systemischer Erkrankungen entstehen.

Natürlich bin ich kein Tierarzt und kann hier auch nur einiges anreißen. Ich habe eine kleine Auswahl getroffen, von dem, was ich als wissens- und empfehlenswert erachte. Gott sei Dank habe ich mit ernsthaften Erkrankungen bisher keine eigenen Erfahrungen machen müssen und hoffe natürlich, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Diesbezüglich musste ich auf die Erfahrungen, Erläuterungen und Berichte von Freunden, bekannten Züchtern und Tierärzten zurückgreifen. Im Ernstfall sollten Sie immer einen Tierarzt aufsuchen.