Wie alles begann
Meinen ersten Hund
bekam ich mit 6 Jahren. Mein Vater holte mich von
der Schule ab und fuhr mit mir zum Tierheim. Ich war kaum aus dem Auto
ausgestiegen, da war es auch schon um mich geschehen, denn in diesem
Moment kam „Peddy“ vom Spaziergang zurück.
Es war auf
beiden Seiten Liebe auf den ersten Blick. Peddy sah mich, ich sah sie,
sie zerrte ihren Spaziergänger zu mir, ich stürzte
auf sie
zu, sie schmiss sich an meine Beine und die Sache war klar.
„Den
will ich!“ - Sehr zum Leidwesen meines Vaters, denn Peddy war
nun
wirklich keine Schönheit. Sie war eine undefinierbare
Straßenkreuzung, bei der wohl unter anderem auch Beagel und
Rehpinscher irgendwie mitgemischt hatten, hatte schon mehrere Besitzer
gehabt und war bereits 4 Jahre alt. Mein Vater versuchte zwar noch, mir
einige andere Hunde schmackhaft zu machen und überredete mich
schließlich dazu, doch noch mit ins Tierheim hinein zu gehen,
aber schon damals wusste ich ziemlich genau was ich wollte:
„Den
will ich und keinen anderen!“ Da führte kein Weg
mehr dran
vorbei und schließlich fügte sich mein Vater dem
Schicksal.
Überglücklich brachte ich Peddy nach Hause.
Peddy war ein optimaler Familienhund
und ein richtiger Kinderkumpel,
folgte meiner Mutter und mir und machte mit meinem Bruder und meinem
Vater mehr oder weniger was sie wollte, u.a. zwei mal Babys, die von
uns liebevoll aufgezogen wurden. Ich denke, ich kann sagen, dass sie
bei uns ein schönes Hundeleben verbrachte, welches sie die
ersten
Jahre ihres Lebens vergessen ließ, und dass sie unsere
Familie
bereicherte. Sie starb als ich 12 Jahre alt war. Leider musste sie
wegen Krebs eingeschläfert werden, ich war
todunglücklich und
trauerte ziemlich lange.
Anschließend verbrachte
ich einige Jahre im Ausland und im
Internat und hatte erst einige Jahre später wieder die
Möglichkeit einen Hund zu halten. Ich hatte jemanden von
„Irischen Wolfshunden“ schwärmen
hören und die
Erzählungen über den Charakter und das Wesen dieser
Hunde
hatten es mir angetan. Jedoch dachte ich ja bei dem Namen eigentlich an
etwas wolfsähnliches, so Richtung Schlittenhund. Ich war
damals
von allem fasziniert, was irgendwie mit Indianern zu tun hatte, unter
anderem eben auch von Wölfen. Als mein Vater mich dann fragte,
was
für einen Hund ich denn haben wolle, antwortete ich also ohne
zu
zögern, „einen Irischen Wolfshund!“.
Nachdem mein Vater sich erkundigt
hatte, fragte er bei mir nach, ob ich
denn auch wisse, auf was ich mich da einlassen würde.
“Na
klar!“ den schließlich konnte ich ja
nicht zugeben,
dass ich das nicht so genau wüsste. Zu stolz um meinen Irrtum
zuzugeben, aber allarmiert von der Frage meines Vaters, erkundigte ich
mich dann aber doch mal genauer Rasse und war doch, um es mal gelinde
auszudrücken, ziemlich überrascht. Je mehr ich jedoch
über die Rasse in Erfahrung brachte, umso mehr begeisterte ich
mich für sie. Schließlich war ich sicher, dass das
Schicksal
mir zwar wohl einen Streich gespielt habe, mich dadurch aber mit einer
traumhaften Hunderasse bekannt gemacht hatte und ich wollte dann
wirklich keinen anderen mehr.
So kam
„Saidaitchi“ in mein Leben und begleitete
mich
einige Jahre. Ich habe meinen anfänglichen Irrtum nicht ein
einziges Mal bereut.
Mir ging es wie vielen, die einmal
einen Irish Wolfhound hatten, ich
war für alle anderen Hunde irgendwie verdorben. Ein
Schäferhund ist seither ein süßer kleiner
Hund und vom
Wesen her … na ja, anders eben! Da ich jedoch von 1992 bis
2002
wiederum im Ausland lebte, nie wusste, wo ich nächste Saison
sein
würde, ob ich da ein Tier überhaupt mitnehmen
könne,
konnte ich das keinem Tier zumuten.
So blieb der Wunsch, wieder einen
Irish Wolfhound zu meiner Familie zu
zählen, lange Jahre ein Wunschtraum. 2002 kam ich nach
Deutschland
zurück, wohnte jedoch zur Miete in einem kleinen
Häuschen
ohne Garten. Wiederum keine Bedingungen, die ich einem Hund zumuten
wollte. Noch dazu, wo ich ja auch noch ein bisschen was für
meinen
Lebensunterhalt tun muss und arbeiten gehe. Da ich aber nicht weiter
„tierlos“ leben wollte, fuhr ich ins nahe gelegene
Tierheim
und holte Max und Moritz, zwei Main-Coon-Mischlingskater zu mir.
Ebenfalls ein Entschluss, den ich noch nie bereut habe. Die beiden
haben mein Leben um ein vielfaches bereichert und werden heiß
und
innig geliebt.
Obwohl ich die beiden über
alles liebe und nie wieder hergeben
würde, blieb aber immer noch der Wunsch nach einem Wolf. Also
machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Haus. Nach 1
½ Jahren unermüdlichen, Kräfte zehrenden,
nervenaufreibenden, vergeblichen Suchens, entschied ich mich, mir dann
eben mein altes Bauernhaus doch selber zu bauen. Gesagt, getan,
inzwischen wohne ich in meinem eigenen kleinen Häuschen, von
außen ein Schwedenhaus, drinnen wie ein altes Bauerhaus, mit
ca.
1000 m² Grundstück.
Bereits während der
Haussuche klapperte ich
regelmäßig
diverse Irish Wolfhound Seiten ab, schaute nach, wer gerade Welpen hat
etc.
Anfangs dachte ich ja noch an einen
Hund, aber wegen der
Berufstätigkeit wollte ich das eigentlich keinem Hund antun
(aus
dem gleichen Grund hatte ich mich ja auch schon für zwei
Katzen
entschieden). Der Hund ist schließlich ein Rudeltier und muss
Gesellschaft haben. Naja, wenn man schon einen IW hat, fällt
ein
zweiter auch nicht mehr weiter auf. … ☺ Da das Halten nur
eines
Hundes nicht in Frage kam, mussten es also mindestens zwei sein. Die
Idee setzte sich immer mehr fest: 2 Wölfchen müssen
her!
Im Sommer 2004 las ich dann
zufällig eine Anzeige.
Natürlich
rief ich gleich an. Ich legte beim Hausbau einen Zahn zu, um meine
beiden neuen Familienmitglieder möglichst schnell abholen zu
können. Es war mir dann auch absolut egal, dass ich auf eine
totale Baustelle zog. Anfangs war es wohl eher campen, als wohnen, d.h.
es war weder gespachtelt, geschweige denn Lehmputz an der Wand,
gestrichen oder Fliesen verlegt. Die ersten 2 Wochen gab es noch keine
Gelegenheit zum Duschen, außer im Garten mit dem
Gartenschlauch,
im Bad war nur ein Waschbecken und eine Toilette, eine Küche
war
ebenfalls noch nicht vorhanden... Aber egal, am 17.07.2004 zog ich in
mein Haus und am 18.07.2004 fuhr ich meine Hunde holen. Kartons waren
noch nicht ausgepackt, Möbel noch nicht aufgestellt, wie auch,
die
Zimmer waren großteils ja noch gar nicht fertig, aber was
soll’s, es war ja Sommer, zur Not hätte ich ein Zelt
im
Garten aufgestellt, Hauptsache die Hunde sind endlich da.
Nach 5 stündiger Fahrt
kamen Lhiannon (Janika from the colored
Hound’s), Gwynid (Janina from the colored Hound’s)
und ich
zuhause an.
Seither bereichern die beiden mein
Leben und unterhalten die ganze
Nachbarschaft.
Der Garten ist ihr Reich, wer dort
irgendwas liegen lässt, ist
selber Schuld. Da werden Mörteleimer durch die Gegend
geschleift,
Sträucher, Blumen und Bäume fachmännisch
gestutzt,
Plastikblumentöpfe und Pinsel zerlegt und als Beute
verschleppt,
leere gelbe Lehmputzsäcke in 1 cm² großen
Stückchen mit viel Liebe zum Detail auf dem
Grundstück
verteilt, so dass es wie lauter kleine gelbe Blümchen
aussieht.
Kurz und gut, es kam deutlich mehr Leben ins Haus.
Wenn ich arbeiten bin,
können Lhia und Gwynid durch eine
Klappe in
der Tür zum Hauswirtschaftsraum rein und raus, toben im Garten
rum, sitzen auf dem Erdhügel und beobachten das Treiben in den
Nachbargärten,
bellen die Kühe
gegenüber an,
begrüßen ihre zwei-
und vierbeinigen Freunde am Zaun oder schlafen zwischendrin mal eine
Runde auf ihrem Hundebett. Sie haben die Herzen der gesamten
Nachbarschaft im Sturm erobert, von meinem ganz zu schweigen. Auch mit
anderen Zwei- oder Vierbeinern gibt es keine Probleme, wie es
ja
für diese Rasse auch typisch ist, sein es jetzt die
Müllmänner, der Postbote, die Nachbarn, die Kinder
ringsum,
die Hühner und Hasen im Nachbargarten, andere Hunde, Katzen,
sowohl die eigenen, als auch fremde. Im Gegenteil, im November 2004
adoptierten die beiden ein kleines verlassenes Kätzchen und
brachten es zu mir.
Jetzt lebt also auch noch
„Krümel“ bei
uns, heiß
geliebt von Lhia und Gwynid. Sie ist ihr Baby und wird von ihnen
bemuttert. Die beiden Wölfe gehen sehr liebevoll und
zärtlich
mit ihr um, was man von Krümel nicht immer behaupten kann.
Eines
ihrer Lieblingsspiele ist es zum Beispiel, mit allen vier Pfoten auf
Lhias weiße Schwanzspitze zu springen, sich fest zu krallen
und
kräftig rein zu beißen. Lhia reagiert darauf aber
ziemlich
gelassen. Wenn es ihr zu bunt wird, steht sie einfach auf und legt sich
wo anders hin.
Vorläufig ist meine kleine
Familie damit erstmal komplett,
aber man kann ja nie wissen, ich hätte ja gerne noch... ☺